Queer issues

11. June 2006 - 18:09

In diesem Abschnitt gebe ich einige Informationen über 'queere' Themen - veröffentlichte und unveröffentlichte Artikel, Hinweise auf andere Veröffentlichungen, etc...
Für Rückmeldungen und Anregungen bin ich dankbar, auch wenn ich nicht alles umsetzen kann.

1. March 2010 - 0:00

Sich dem Militarismus zu verweigern ist nicht möglich ohne die Verweigerung hegemonialer Männlichkeit

  • Andreas Speck, War Resisters'

1. October 2000 - 0:00

Schwul in der gewaltfreien Bewegung
- gewaltfrei in der Schwulenbewegung

Als schwuler Mann in der gewaltfreien Bewegung aktiv zu sein, ist nicht immer ganz einfach. Ebenso ist es nicht unkompliziert, als Gewaltfreier sich in der Schwulenbewegung zu engagieren, oder sich gar in der schwulen Szene »zu Hause« zu fühlen. Es scheint, als liessen sich diese beiden Facetten meiner Persönlichkeit nur schwer miteinander vereinbaren. Das Gefühl stellt sich ein, »zwischen allen Stühlen« zu sitzen und nirgendwo richtig dazu zu gehören, nirgendwo mit der ganzen Persönlichkeit akzeptiert zu werden.

1. July 2000 - 0:00

Ketzerische Nachbetrachtungen zum Christopher Street Day in Oldenburg

12-15.000 Schwule und Lesben (und FreundInnen) beteiligten sich in diesem Jahr am CSD und zogen unter dem Motto "normal gibt’s nicht" in einem bunten Zug durch die Stadt - oder vielmehr tanzten. Zahlreiche Menschen schauten sich dieses Spektakel, das eigentlich auch eine Demonstration sein sollte, an. Politische Forderungen waren jedoch kaum zu sehen, es ging irgendwie um Schwule und Lesben, und auf viel mehr hätten sich die an dieser "Parade" Beteiligten wohl kaum einigen können. Ein Erfolg also?

1. May 2000 - 0:00
Kollektive Identitäten – „wir" als ‘queers’, als was für eine Gruppe auch immer – werden häufig als empowerernd angesehen, indem sie ein Gefühl der Zugehörigkeit bieten. Auf der anderen Seite produzieren kollektive Identitäten durch ihre Existenz neue Grenzen des ‘drinnen’ und ‘draussen’, und neue Normen des Verhaltens, die die Freiheit der Menschen, zu sein und zu tun, einengen. Nicht nur können Identitäten disempowerend sein, sie können auch das Leben von Menschen bedrohen, wie nationalistische und homophobe Angriffe zeigen.
1. March 1999 - 0:00

Das geplante Rechtinstitut für schwule und lesbische PartnerInnenschaften steht im Widerspruch zu emanzipatorischer Politik


Für Volker Beck, bündnisgrüner Bundestagsabgeordneter und Sprecher des Schwulenverbandes in Deutschland, ist sie das zweite große Reformprojekt der rot-grünen Koalition: das Rechtsinstitut für schwule und lesbische PartnerInnenschaften, kurz „Homo-Ehe" genannt. Doch die propagierten „gleichen Rechte und Pflichten" für schwule und lesbische Paare bedeuten eine weitere Ausgrenzung anderer Lebensweisen und letztlich eine Stärkung bürgerlicher Lebensentwürfe. (Red.)
30. September 1998 - 23:00

Eike Stedefeldts Lamentieren über das Fehlen einer radikalen Schwulenbewegung

Gerhard Schröder (SPD) verspricht im Wahlkampf die Einführung eines Rechtsinstituts für schwule/lesbische PartnerInnenschaften, um somit die schwul/lesbischen WählerInnen zu gewinnen. Ebenfalls kurz vor der Wahl hat das rot-grüne Hamburg als rein symbolischen Akt die standesamtliche Eintragung homosexueller PartnerInnenschaften - ohne jede rechtliche Bedeutung - eingeführt. Alles klar also mit der Gleichstellung von Lesben und Schwulen?

1. October 1996 - 0:00

Über Mühsams unbekannte Schrift "Die Homosexualität"

aus Graswurzelrevolution, Oktober 1996

Überrascht war ich, als ich bei einem Streifzug durch die örtliche linke Buchhandlung im Regal "Schwulenliteratur" Erich Mühsams Streitschrift zur Homosexualität entdeckte. Von der Existenz einer solchen war mir bisher nichts bekannt, und das, obwohl diese Streitschrift Mühsams erste selbstständige Veröffentlichung war.

1. October 1996 - 0:00

Persönliche Betrachtungen zum Tod von Rio Reiser (Ton Steine Scherben)


Ich hab geträumt
der Winter wär vorbei
du warst hier
und wir warn frei
und die Morgensonne schien
30. June 1996 - 23:00

Schwule Emanzipation und linke Vorurteile

Detlef Grumbach (Hrsg.): Die Linke und das Laster. Schwule Emanzipation und linke Vorurteile. Männerschwarmskript, Hamburg 1995, 186 S., 28 DM

"Die Linke und das Laster", so der Titel eines Sammelbandes zu schwuler Emanzipation und den Vorurteilen der Linken. "Der Linken"? Was das sein soll, erfährt mensch im gesamten Band leider nicht, und beim Lesen der Beiträge beschleicht eine/n schnell der Verdacht, daß die Linke von den Autoren (in diesem Fall verständlicherweise nur Männer) hier nur als parteiförmig organisiert und marxistisch gedacht wird: KPD und SPD in der Weimarer Republik, die mehr oder weniger kommunistischen und sozialdemokratischen Exilzeitungen zur Zeit des Nationalsozialismus, die SED in der DDR und schließlich die K-Gruppen und DKP/SEW in der jüngeren Geschichte der BRD. Weder finden die anarchistische FAUD oder andere nicht-marxistische Gruppen in der Weimarer Republik Erwähnung, noch geht Elmar Kraushaar in seinem Beitrag "Die neue Linke und die Schwulenfrage der 70er und 80er Jahre" auf die gewaltfreien Aktionsgruppen oder die entstehende Ökologiebewegung ein - bzw. erst nach deren parteiförmiger Organisierung als grüne Partei. Trotz dieses Mangels ist es dennoch ein lesenswertes Buch, und ich wage die Prognose, daß auch die Einbeziehung der anarchistischen und sonstigen nicht-parteiförmigen, anti-parlamentarischen Linken nicht zu einem wesentlich anderen Bild geführt hätte. Denn auch diese Bewegung - und hier macht die Graswurzelrevolution keine Ausnahme - nimmt die schwule Emanzipation nicht als eigenständige Frage war und reagiert zwar freundlicherweise mit verbaler Unterstützung schwuler Forderungen, ohne sich jedoch mit ihnen auseinanderzusetzen. Auch in der GWR werden schwule Antimilitaristen oder Anarchisten, die auch in der Schwulenbewegung aktiv waren oder sind, in der Regel nicht als solche zur Kenntnis genommen. So ist Kurt Hiller zwar als radikaler Antimilitarist bekannt, daß er aber gleichzeitig einer der wesentlichen Vertreter der Schwulenbewegung der Weimarer Republik war, und seine Ablehnung der Wehrpflicht aus den gleichen Grundüberzeugungen resultierte wie seine politische Arbeit für die schwule Emanzipation, wird schlicht nicht zur Kenntnis genommen.